Professur für Anatomie
Prof. Dr. rer. nat. Mersedeh Tohidnezhad

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Prof. Dr. rer. nat. Mersedeh Tohidnezhad

Professur für Anatomie

Biographie

Seit Oktober 2025 ist Prof. Dr. rer. nat. Mersedeh Tohidnezhad Professorin für Anatomie (W3) an der HMU Health and Medical University, Campus Düsseldorf/Krefeld. Den Abschluss Dipl.-Ing. (FH) erlangte sie im Rahmen ihres Diplom-Studiengangs Biotechnologie und Verfahrenstechnik in Flensburg. Sie begann ihre Karriere direkt nach dem Studium am Institut für Anatomie in Kiel und setzte ihre Tätigkeit später am Institut für Anatomie und Zellbiologie der RWTH Aachen fort, wo sie über die Wirkmechanismen von plättchenreichem Plasma in Zellen des Bewegungsapparates promovierte. Im Jahr 2018 erhielt sie die Fachanatomie-Auszeichnung der Anatomische Gesellschaft. Anschließend habilitierte sie sich an der Uniklinik der RWTH Aachen zum Thema „Neue Therapiestrategien zur Optimierung des Regenerationspotenzials von bradytrophem Gewebe im Bewegungsapparat“ und erlangte die Venia legendi für Anatomie und Zellbiologie.

Lehrtätigkeiten

Mersedeh Tohidnezhad sammelte seit 2007 umfassende Lehrerfahrung in der mikroskopischen und makroskopischen Anatomie für Human- und Zahnmediziner in Medizinische Modellstudiengag. Sie betreute Bachelor- und Masterarbeiten sowie medizinische und zahnmedizinische Promotionen und wirkte als Post-Doc-Mentorin.
Seit Anfang Dezember 2023 leitete sie Systemblock Bewegungsapparat in der medizinischen Fakultät der RWTH-Aachen und arbeitete sie in dieser Funktion eng mit klinischen Kolleginnen und Kollegen zusammen.
Um die Anatomie und ihre Relevanz für die Klinik den Studierenden näher zu bringen, legt sie großen Wert auf die Verknüpfung von Unterrichtsinhalten mit wissenschaftlichen Daten und einer klinischen Relevanz.
Sie hat langjärige Erfahrung an der Erstellung und Durchführung von Prüfungen für Medizin- und Zahnmedizinstudierende in der Vorklinik (einschließlich Systemblockprüfungen, ärztlicher Basisprüfung/Physikum-Äquivalent und Z1). Seit  01.01.2026 ist sie in die Kontroll- und Überprüfungskommission am Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen berufen.

Forschungsschwerpunkte

Forschungsschwerpunkte: degenerative, entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates
Ein zentraler Fokus liegt auf der Untersuchung der Pathophysiologie degenerativer und chronisch entzündlicher Erkrankungen von Knochen, Knorpel und Sehnen. Diese Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für eingeschränkte Mobilität und Lebensqualität. Ziel ist es, die zugrunde liegenden molekularen und zellulären Mechanismen besser zu verstehen, um gezielte therapeutische Strategien zu entwickeln und bestehende Behandlungsansätze zu optimieren.

Ziel: Heilungsprozesse im Bewegungsapparat besser zu verstehen und neue regenerative Therapien zu entwickeln.

Thrombozyten und plättchenreiches Plasma (PRP) in der Geweberegeneration

Die Forschung konzentriert sich auf die Wirkmechanismen von Thrombozyten und plättchenreichem Plasma (PRP) bei der Regeneration von Geweben. Untersucht werden insbesondere die durch Thrombozyten freigesetzten Wachstumsfaktoren sowie ihre Rolle in der angeborenen Immunität. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Identifikation antimikrobieller Peptide und deren Bedeutung für Infektionskontrolle und Heilungsprozesse in Muskel-, Knochen- und Hautgewebe.

Oxidativer Stress und Nrf2-Signalweg

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Rolle des Nrf2-Signalwegs bei Zellschutz, Entzündung und Regeneration. Dabei wird untersucht, wie oxidativer Stress Heilungsprozesse beeinflusst, insbesondere bei Knochen- und Knorpelregeneration. Dabei wird auch berücksichtigt, dass mechanische Belastung als zusätzlicher Einflussfaktor zelluläre Stressantworten modulieren kann. Ziel ist es, die Balance zwischen protektiven und potenziell schädlichen Effekten der Nrf2-Aktivierung zu verstehen und therapeutisch nutzbar zu machen, etwa bei altersbedingten oder metabolischen Erkrankungen.

Tissue Engineering und Biomaterialien

Im Bereich Tissue Engineering liegt der Fokus auf der Entwicklung und Optimierung von Biomaterialien für Knochen- und Sehnenersatz. Ein zentraler Aspekt ist die Berücksichtigung biomechanischer Belastungen, da Knochen und Sehnen kontinuierlich mechanischen Reizen ausgesetzt sind. Daher werden dreidimensionale Zellkultursysteme, funktionelle Scaffolds sowie Bioreaktoren entwickelt und eingesetzt, die gezielt mechanische Stimuli simulieren. Ziel ist es, physiologisch relevante Bedingungen nachzubilden und funktionelle Gewebekonstrukte für präklinische Anwendungen und zukünftige regenerative Therapien zu entwickeln.

Methoden:

Molekularbiologie (Real-Time-QR PCR, ELISA, WB etc.)
Zellkultur (Primäre Zellen und Zelllinien) inkl. Diverse Assays
Biomaterialforschung (Sehnen und Knochen; Optimierung der Bioreaktoren)
In vivo Frakturmodelle

Publikationen

Wissenschaftliche Veröffentlichungen sind verfügbar über ResearchGate, PubMed