Professur für Biochemie
Dr. rer. nat. Stefan Düsterhöft
Dr. rer. nat. Stefan Düsterhöft
Professur für Biochemie
Biographie
Stefan Düsterhöft studierte von 2005 bis 2010 Biochemie und Molekularbiologie (Diplom) in Kiel. 2014 promovierte er am Institut für Biochemie der Universität Kiel in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Joachim Grötzinger zur Struktur, Funktion und Regulation von Transmembranproteasen in zellulären Signalwegen.
Nach einer Postdoc-Phase am Institut für Biochemie der Universität Kiel forschte er von 2015 bis 2017 mit einem DFG-Stipendium an der Sir William Dunn School of Pathology der University of Oxford in der Arbeitsgruppe von Matthew Freeman. Dort untersuchte er Struktur und Funktion von Membranproteasen und Pseudoproteasen sowie deren pathophysiologische Bedeutung für Entzündungsprozesse und Wachstumsfaktor-Signalwege.
Von 2017 bis 2026 leitete Stefan Düsterhöft am Institut für Molekulare Pharmakologie der Uniklinik RWTH Aachen die Arbeitsgruppe „Molecular Biology of Signalling in Inflammatory Processes“.
Seit April 2026 ist er Professor für Biochemie an der HMU Health and Medical University am Standort Düsseldorf/Krefeld.
Lehrtätigkeiten
Bereits während seines Studiums war Stefan Düsterhöft in die praktische Lehre eingebunden. Von 2008 bis 2010 unterstützte er die Planung, Vorbereitung und Betreuung des Biochemischen Grundpraktikums. Während seiner Promotion betreute er von 2011 bis 2014 das Biochemische Praktikum für Studierende der Medizin und Zahnmedizin in der Vorklinik.
Seit 2017 war Stefan Düsterhöft in die Lehre der Medizinischen Fakultät sowie der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften der RWTH Aachen eingebunden. Seine Lehrformate umfassten Vorlesungen, Seminare, Praktika und Prüfungen für Studierende der Medizin, Zahnmedizin, Biologie sowie der Molekularen und Angewandten Biotechnologie. Inhaltliche Schwerpunkte seiner Lehre waren Biochemie, Molekularbiologie, Bioinformatik, Zellbiologie, Pharmakologie und Toxikologie.
An der RWTH Aachen betreute er zudem Bachelor- und Masterarbeiten sowie medizinische und naturwissenschaftliche Promotionen.
An der HMU Health and Medical University lehrt Stefan Düsterhöft in den Fächern Biochemie und Molekularbiologie.
Forschungsschwerpunkte
Die Arbeitsgruppe von Stefan Düsterhöft untersucht, wie molekulare Signalnetzwerke in Gesundheit und Krankheit reguliert werden. Im Mittelpunkt stehen proteolytisch aktive Membrankomplexe, insbesondere iRhom-ADAM17- und ADAM10-assoziierte Signalprozesse. Diese Komplexe wirken an der Schnittstelle zwischen intra- und extrazellulärer Signalübertragung und beeinflussen Entzündung, Zell-Zell-Kommunikation, Gewebehomöostase, Infektion und Tumorprogression.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der KI-gestützten Analyse molekularer Netzwerke. Hierbei werden struktur- und interaktionsbasierte Vorhersagen mit Multiomics-Daten wie Proteomics, Interactomics, Transcriptomics, Kinomics und Mutationsdaten kombiniert. Ziel ist es, pathologische Signalnetzwerke funktionell zu kartieren, experimentell zu validieren und neue therapeutische Zielstrukturen zu identifizieren.
Der Fokus aktueller Projekte liegt auf der Regulation des iRhom-ADAM17-Komplexes in Entzündungsprozessen und in der Homöostase von Haut und Ösophagus. Dieses von der DFG geförderte Projekt befasst sich dabei unter anderem mit Krankheitsbildern wie Hyperkeratose und Ösophaguskarzinom. In weiteren Arbeiten wird ACE- und ACE2-Shedding im Kontext des Renin-Angiotensin-Systems und viraler Infektionen untersucht. Ergänzend dazu werden krankheitsrelevante Proteininteraktionen bei Krebs und entzündlichen Erkrankungen identifiziert.
Publikationen