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Wie verändern kritische Ereignisse die Persönlichkeit?

Jeder Mensch erlebt Momente, positive wie negative, die sein Leben verändern – sei es die Einschulung, der Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums, eine Heirat oder die Geburt eines Kindes. Auch der Tod einer nahestehenden Person hat großen Einfluss auf unser Leben. Was kritische Lebensereignisse mit uns und unserer Persönlichkeit machen, erforscht Prof. Dr. Peter Hähner.

Prof. Dr. Peter Hähner lehrt Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik an der HMU in Düsseldorf (Foto: privat)

Seit April 2026 lehrt er Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik an der HMU in Düsseldorf. Zusätzlich erforscht er grundlegende Fragen der Persönlichkeitsentwicklung: Wie entwickeln sich Menschen über die Lebensspanne? Wann sind sie im Durchschnitt am glücklichsten? Wie verändert sich die Persönlichkeit im Lebensverlauf – und warum ist das so? „Kritische Lebensereignisse gelten als wichtige Einflussfaktoren für die Entwicklung von Persönlichkeit, für den Selbstwert und das Wohlbefinden von Menschen“, sagt er.

Mit einer App zu mehr Gelassenheit

Seine Forschung fokussiert sich auf digitale Interventionen: Gemeinsam mit Forschenden der Universität Zürich untersucht Peter Hähner, inwieweit Menschen ihre Persönlichkeit mit Hilfe einer App aktiv ändern bzw. weiterentwickeln können. „In diese App haben wir etablierte Interventionsstrategien aus dem nicht-klinischen Bereich implementiert. Auf diese Weise konnten wir in einem ersten Schritt zeigen, dass unsere Teilnehmenden spezifische Ziele, wie zum Beispiel den Wunsch, emotional stabiler zu werden, mithilfe der App erreichen konnten.“

Rückkehr zum Wellbeing-Setpoint

Kritische Ereignisse wie der plötzliche Tod von Familienangehörigen oder Freunden seien extrem belastend und lebensverändernd, so der Experte. Die stärksten Reaktionen zeigten Betroffene in den ersten Wochen und Monaten nach dem Ereignis. „Doch der Mensch ist sehr gut darin, sich an veränderte Bedingungen anzupassen, sich an den neuen Alltag zu gewöhnen und auch eigene Erwartungen zu ändern. Im Durchschnitt dauert es ein Jahr, manchmal auch länger, bis man nach einem kritischen Lebensereignis das ursprüngliche Wohlbefinden zurückerlangt. In der Psychologie nennen wir das die Rückkehr zum Wellbeing-Setpoint.“

Gedanken verschriftlichen

Wie schnell die Rückkehr zu diesem Setpoint möglich ist, hängt von der individuellen Resilienz der Betroffenen ab. Auch die Zeit spielt eine Rolle. „Nach einem kritischen Ereignis sind dessen Auswirkungen auf unseren Alltag und unsere Gefühle besonders stark. Aber mit der Zeit erleben wir neue Dinge und gewöhnen uns an Veränderungen. Dadurch verlieren kritische Ereignisse mit der Zeit an Bedeutung“, erklärt der Psychologe. Sein Tipp für den Umgang mit kritischen Ereignissen: „Vielen hilft es, eigene Gedanken zu notieren, damit sie einen Platz haben. Aber eben nur diesen Platz, zum Beispiel in einem Tagebuch. Denn damit werden die Gedanken nicht alltagsbestimmend.“ Die Verschriftlichung helfe auch dabei, eigene Entwicklungen rückblickend nachzuvollziehen. „Wenn man nach einem Jahr noch einmal zurück liest, merkt man, was sich seitdem verändert hat. Und wenn sich nichts verändert hat, kann man darüber nachdenken, sich professionelle Hilfe zu holen.“

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Interesse am Psychologiestudium? Am 16. Juni bietet die HMU in Düsseldorf von 14.00 bis 17.00 Uhr beim Schnuppercamp Psychologie Einblicke in den Studiengang und die verschiedenen Themenbereiche. Alle Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier.