Mit Plan in die Medizin
Moritz Krug zählt zu den Studierenden der ersten Stunde am HMU-Campus Düsseldorf/Krefeld. Seit Oktober 2025 studiert er Humanmedizin und verbindet das Studium von Anfang an mit einem interdisziplinären Anspruch. Im Gespräch berichtet er über seine Erfahrungen, seine Motivation und seine Pläne.
Warum Medizin?
„Ich möchte verstehen, wie der menschliche Körper funktioniert und gleichzeitig die Schnittstellen zu anderen Disziplinen mitdenken“, sagt Moritz. Der 25-Jährige verfolgt bewusst einen fachübergreifenden Bildungsweg. Parallel zum Medizinstudium führt er an der Business & Law School in Berlin einen Master mit Schwerpunkten in strategischem Management und Recht zum Abschluss. „Mich reizt genau dieser Blick über den Tellerrand der reinen Medizin hinaus. An der HMU passt das interdisziplinäre Lehrkonzept perfekt zu diesem Anspruch.“
Warum die HMU?
Nach seiner Zeit in Berlin hat sich Moritz bewusst für den Standort Düsseldorf entschieden: „Das Rhein-Ruhr-Gebiet bündelt eine in Europa selten dichte medizinische und wissenschaftliche Landschaft. Universitätskliniken, Forschungsinstitute und eine starke Gesundheitswirtschaft konzentrieren sich auf engem Raum. Für jemanden, der Medizin auch im Zusammenspiel mit Management und Strategie denkt, ist das ein idealer Rahmen. Hinzu kommt das wissenschaftliche Profil der HMU selbst – also der fachübergreifende Ansatz, die Nähe zur Lehre und die Möglichkeit, früh über die reine Wissensaneignung hinauszudenken. Ich finde es wertvoll, in einem Umfeld zu studieren, in dem persönlicher Austausch mit Dozierenden zur Hochschulkultur gehört.“
Auch der Aufbau eines neuen Standortes hat ihn gereizt: „Die Möglichkeit, einen universitären Campus von Grund auf aktiv mitzugestalten, bietet sich nicht häufig. Mir gefällt die Verantwortung dafür, die ich als Vorsitzender des Studierendenrats auch institutionell wahrnehme. Es geht darum, eine tragfähige Grundlage für die nachfolgenden Jahrgänge zu schaffen.“
Wie läuft der Studienalltag?
Der moderne HMU-Campus im Medienhafen bietet aus seiner Sicht eine Wohlfühl-Atmosphäre. „Der Campus ist mit Bedacht aufgebaut worden, und vieles greift im Studienalltag sehr gut ineinander. Auch infrastrukturell sehe ich hier einige Wachstumschancen für die Hochschule“, sagt Moritz. „Ich schätze es sehr, dass auf unseren Bedarf eingegangen wird und Anpassungen im Studienalltag pragmatisch und schnell Gestalt annehmen. So haben wir erst kürzlich viele neue Lernräume hinzubekommen.“
An der HMU läuft Humanmedizin als Regelstudiengang. Während die Vorlesungen im großen Hörsaal stattfinden und als digitale Aufzeichnung beim Wiederholen helfen, werden die Lehrinhalte der Seminare und Praktika in kleineren Gruppen vertieft. „Wir haben keinen klassischen Präparierkurs. Es gibt Kommilitonen, die darin durchaus Vorteile sehen, weil das Präparieren an der Leiche gerade zu Beginn des Studiums auch Überwindung bedeutet. Wir üben stattdessen an tierischen Präparaten und arbeiten zusätzlich mit menschlichen Plastinaten. Dadurch bekommen wir ein Gefühl für Gewebe und Anatomie“, so Moritz.
Welche Lernstrategien funktionieren?
„Inzwischen ist hinreichend belegt und auch im breiteren Lerndiskurs angekommen, dass Active Recall und Spaced Repetition für die meisten Menschen das Mittel der Wahl sind“, sagt Moritz. „In der Medizin wird aber schnell klar, dass eine einzige Methode nicht für alle Fächer gleich gut funktioniert. Anatomische Strukturen korrekt zu erkennen und zu benennen, verlangt einen anderen Anforderungsbereich als das Verstehen biochemischer Prozesse oder das Lösen physikalischer Gleichungen. Für die Anatomie greife ich selbst gerne auf die digitalen Angebote zurück, die uns die Hochschule bereitstellt. In Physiologie ist hingegen das gegenseitige Erklären in Lerngruppen hilfreich. Wenn wir uns Prozesse erläutern, merkt man schnell, was man gegebenenfalls noch nachschärfen muss. Physik hatte ich bereits in der Schule als Leistungskurs. Diese Erfahrung gebe ich gerne als Tutor weiter, zumal sich das Fach im medizinischen Kontext gut mit meinem Interesse für Biomechanik verbinden lässt.“
Wie geht's weiter?
Bei den Wahlmodulen hat sich Moritz für „Herzklappenerkrankungen – von der Anatomie und Physiologie bis zur modernen Herzklappenchirurgie“ entschieden. Gerade der chirurgische Bezug fasziniert ihn: „Die Schnittstelle, an der medizinisches Wissen unmittelbar in Eingriffe und Entscheidungen übergeht, ist spannend. Dort verbinden sich Theorie, klinisches Urteil und praktisches Können auf engstem Raum. Das Medizinstudium ist für mich ausdrücklich auch ein wissenschaftlicher Weg, nicht nur eine berufliche Qualifikation. Die Promotion ist ein klar gesetztes Ziel, und die HMU bietet mir dafür ein Umfeld, in dem ich diese Perspektive früh entwickeln kann.“