Premiere für unseren Premierenjahrgang: In zehn Kleingruppen absolvierten die Studierenden der Humanmedizin am Campus Düsseldorf/Krefeld ihre ersten Praktika in einem von zwei neuen Nasslaboren. Zum Auftakt stellten sie erst einmal Kunststoff und Seife her.
Das Chemiepraktikum im ersten Medizinsemester ist immer etwas Besonderes: Gekleidet in Kittel, Schutzbrille und Handschuhe vertiefen die Studierenden ihr theoretisches Wissen aus den Vorlesungen in der Laborpraxis. „Zwar nutzen wir auch einen Molekülbaukasten“, erklärt Dr. Laura Paweletz, akademische Mitarbeiterin Lehre in den Fächern, Biologie, Chemie und Biochemie, „aber im Labor wird vieles dann doch noch einmal klarer.“ So seien Versuche, bei denen Stoffe die Farbe oder Konsistenz verändern, sehr anschaulich zum Verständnis von teils noch abstrakt wirkenden Studieninhalten. „Im Labor machen wir chemische Vorgänge und Reaktionen mit verschiedenen Methoden sichtbar.“
Die beiden neuen Labore – das zweite kommt im nächsten Semester zum Einsatz, wenn Praktika in den Fächern Biochemie und Physiologie dazukommen – befinden sich in den Räumlichkeiten der HMU im Zollhof. Auf je 53 Quadratmetern bieten sie moderne Arbeitsplätze für jeweils 18 Studierende sowie eine exzellente Ausstattung mit Geräten, Chemikalien und Schränken.
Zur „Einweihung“ stellten die Studierenden unter Anleitung von Dr. Laura Paweletz u.a. Seife aus Olivenöl her – zum besseren Verständnis von Reaktionsmechanismen in der organischen Chemie. Um die Zusammensetzung von Polymeren zu verdeutlichen, gab es einen Versuch, bei dem Kunststoff aus Milchsäure gewonnen wurde. „Solche Versuche dienen dem Konzeptverständnis. Studierende lernen anhand einfacher Beispiele, wie komplexere Stoffwechselwege funktionieren, wie Fette abgebaut werden oder wie Polymere, die beispielsweise als Proteine auch im menschlichen Körper vorkommen, funktionieren“, beschreibt die Wissenschaftlerin.